Früherer „Spiegel“-Redakteur liest in der Görlitzer Synagoge – Der Förderkreis Görlitzer Synagoge e.V. und die Görlitzer Comenius-Buchhandlung erwarteten am 24. März 2017 den Hamburger Journalisten Gerhard Spörl zu einer Lesung in der Neißestadt. Der langjährige Redakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ schrieb das Schicksal der Görlitzer Großeltern seiner Frau in einem Buch auf. Unter dem Titel «Es muss noch etwas anderes geben als Angst und Sorge und Herrn Hitler» erschien es im vergangenen Herbst bei Rowohlt. Die Geschichte dreht sich um den Rennfahrer und Autohändler Artur Schlesinger, der 1932 seine große Liebe heiratet. Grete stammt aus einer wohlhabenden Familie, die strikt gegen die Verbindung mit dem Juden ist. Im nationalsozialistischen Deutschland verliert Artur seine Stellung, doch es gelingt ihm, sich selbst, seine Frau und die beiden Söhne vor dem mörderischen Regime zu retten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Schlesinger Mitbegründer der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD) in Görlitz. Von 1949 bis 1958 gehörte er als Abgeordneter dieser Partei der DDR-Volkskammer an. Gerhard Spörl präsentiert sein Buch am 24. März in Anwesenheit mehrerer Nachfahren von Artur Schlesinger, darunter dessen Sohn Peter und Enkelin Patricia. Gerhard Spörl „Es muss noch etwas anderes geben als Angst und Sorge und Herrn Hitler“ Die Liebesgeschichte von Artur und Grete Immer wieder gibt es Geschichten aus der Zeit des nationalsozialistischen Deutschland, die man kaum glauben kann. Eine davon hat Gerhard Spörl, langjähriger «Spiegel»- Autor, in der eigenen Familie gefunden: die Liebesgeschichte der Großeltern seiner Frau. Gegen den Widerstand ihrer Familie heiratet Grete, reiche deutsche Tochter aus bestem Haus, im November 1932 ihre große Liebe Artur, einen jüdischen Autoverkäufer. Sie sehen genau, was auf sie zukommt, aber sie lassen sich nicht beirren oder voneinander trennen. Artur verliert als Jude seine Stellung, doch mit geradezu Schwejkscher Beherztheit und Schläue gelingt es ihm, seine Grete und die gemeinsamen Kinder durch die Nazizeit zu bringen. Artur weigert sich, Opfer zu sein; trotz aller Verbote findet er immer noch eine Lücke im System der Verfolger, er wird Handelsreisender und Erfinder. Er und Grete trotzen den widrigen Umständen ihr Glück ab. So gelingt es Artur mitten im Krieg, als die Nationalsozialisten sich anschicken, alle Juden zu ermorden, für sich und die Seinen in Görlitz ein Haus zu bauen. Wie die beiden ihre Liebe durch das mörderische Regime retten, mit Mut und Einfallsreichtum der Verfolgung die Stirn bieten und am Ende siegen – das ist großartiger Lesestoff. Themen: Memoiren, Berichte/Erinnerungen; Sozial- und Kulturgeschichte; Holocaust; Sachsen; Deutschland: Nationalsozialismus (1933–1945); Bezug zu Juden & jüdischen Gruppen – Fotos/Video : Matthias Wehnert

Spörl Schlesinger Synagoge Görlitz Foto Wehnert (27).JPG

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